Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur erkranken im Nordosten am häufigsten an Covid-19

Während bundesweit über die geplante Impfpflicht in der Pflege diskutiert wird, infizieren sich in der Bundeshauptstadt Berlin die Arzt- und Praxishelfer:innen am häufigsten mit dem Coronavirus. Diese Berufsgruppe erkrankt auch in den Flächenländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich häufig an Covid-19, wird dort jedoch im Ranking noch von den Erzieher:innen übertroffen. Das hat eine Analyse der AOK Nordost ergeben. Ausgewertet wurden die anonymisierten Fälle einer Arbeitsunfähigkeit aller Mitglieder, die krankengeldberechtigt sind, im November 2021. Die AOK Nordost ist mit 1,7 Millionen Versicherten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die größte Krankenkasse.

Berlin

In der „Top10“ der am häufigsten betroffenen Berufsgruppen finden sich in allen drei Bundesländern viele Gesundheitsberufe. In Berlin meldeten sich beispielsweise 1,5 Prozent der AOK-versicherten Arzthelfer:innen wegen der Diagnose Covid-19 krank. Dieser Wert lag rund zweieinhalbmal höher als der Durchschnittswert der Beschäftigten in Berlin. Auch Physio- und Ergotherapeut:innen sowie Pflegekräfte in Krankenhäusern und in Altenheimen finden sich weit vorn im Ranking.

„Die Auswertung zeigt, dass noch vor zwei Monaten überdurchschnittlich viele Beschäftigte in Gesundheitsberufen an Corona erkrankten. Es ist deshalb eine nachvollziehbare Entscheidung, dass die Bundesregierung die Impfpflicht für Mitarbeitende in Gesundheits- und Pflegeberufen eingeführt hat,“ sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.

Durch Omikron steige zwar die Anzahl der Impfdurchbrüche – die Impfung schütze aber weiterhin sehr gut vor einem schweren Verlauf der Krankheit. „Je höher die Impfquote in den Gesundheitsberufen ist, desto besser sind die Chancen, Ausfallzeiten in der kritischen Infrastruktur zu begrenzen“, so Daniela Teichert weiter.

Brandenburg

In Brandenburg waren Erzieher:innen im November 2021 von allen Berufsgruppen mit am häufigsten von Arbeitsunfähigkeit wegen Covid-19 betroffen. Konkret meldeten sich 1,82 Prozent der AOK-versicherten Erzieher:innen wegen dieser Diagnose krank, so die Auswertung der AOK Nordost. Dieser Wert lag fast drei Viertel über dem Durchschnittswert der Beschäftigten in Brandenburg. Nur Metallbauer:innen und Schweißtechniker:innen erkrankten in Brandenburg noch etwas häufiger.

Mecklenburg-Vorpommern

Erzieher:innen waren auch in Mecklenburg-Vorpommern im November 2021 von allen Berufsgruppen am häufigsten von Arbeitsunfähigkeit wegen einer Covid-19-Diagnose betroffen. Deswegen meldeten sich konkret 1,87 Prozent der AOK-versicherten Erzieher:innen krank. Dieser Wert lag rund doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern. Auch im norddeutschen Flächenland hatten andere Berufsgruppen aus der „kritischen Infrastruktur“ im November ein überdurchschnittlich hohes Risiko, an Corona zu erkranken.

Das Ranking umfasst nicht alle Berufe. So konnten Berufsgruppen mit einem hohen Beamtenanteil wie Polizei, Feuerwehr und Lehrkräfte in der Auswertung nicht berücksichtigt werden. Beamte sind mehrheitlich privat und nicht gesetzlich krankenversichert.

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